Portraitbild Ulrich Christen

Das Eröffnungsthema dieses neuen Blogs soll sein: die Freude! Möge sie meine ständige Begleiterin sein in diesen Zeilen.

Freude. Natürlich haben wir  alle schonmal davon gehört und sie sogar gefühlt. Erinnern Sie sich, als Sie es als Kind gelegentlich nicht mehr ausgehalten haben vor Freude? Was für eine Kraft!

Ich möchte diese Emotion aus der Sicht der Chinesischen Medizin (CM) beschreiben und damit eine etwas andere Perspektive ermöglichen. Außerdem finden Sie in diesem Text kleine, Freude erzeugende Vorschläge und eine Übung.

In der CM ist die Freude die Emotion des Herzens. Das Herz wiederum ist die Kaiserin aller Organe, es beherbergt den Geist Shen, der unsere Verbindung zum Ganzen, zum Kosmos darstellt (es schadet nicht, sich gelegentlich zu erinnern, dass der Mensch nicht das Größte im Universum ist). So kurz beschrieben, reicht es völlig aus, sich der Bedeutung der Freude bewusst zu werden. Sie ist die Nahrung für unser Herz und sie kann auch der Leitfaden für unser Leben sein. Ohne Freude ist alles nichts, und wenn die Freude fehlt, fehlt uns der Sinn und unser Leben ist fad wie ein Essen, das ohne Freude gekocht wurde.

Es ist ein schönes Experiment, den eigenen Alltag zu betrachten und nach den Spuren unserer Freude zu suchen. Wir machen sie uns so oft nicht bewusst, wir übersehen sie, wir eilen an ihr vorbei, weil wir Wichtigeres zu tun haben. Nehmen Sie sich doch mal vor, einen ganzen Tag gezielt und mit voller Aufmerksamkeit zu beachten, wenn Sie sich freuen. Nicht warum, sondern wie es sich anfühlt. Unser Körper signalisiert uns nahezu permanent kleine Freude-Zustände: beim Erblicken einer Biene, beim Riechen eines Duftes, beim Spüren des Windes. Sie können feststellen, dass bei dieser körperlichen Empfindung auch immer Ihr Herz beteiligt ist, in Form einer feinen Aufregung.

Mit ein bisschen Übung erhält diese Empfindung immer mehr Raum im eigenen Leben, denn ehrlicherweise müssen wohl die meisten von uns zugeben, dass Freude bisher nicht gerade das Hauptargument für unsere Pläne und Entscheidungen war.
Sie könnte es aber werden!

Der natürliche Gegenspieler der Freude ist die Pflicht, das Müssen. Sind wir in einer Pflicht verheddert, hat die Freude keinen Platz, sich in ihrer Leichtigkeit zu entfalten. Wenn Sie sich also für Ihre Freude interessieren, könnten Sie Ihre Pflichten überprüfen. Kleiner Hinweis: die hinderlichsten Pflichten entspringen meist unseren eigenen, inneren Wertvorstellungen, wie auch immer sie entstanden. Schauen Sie, was Sie behindert und werden Sie es los. Ihr Herz wird es Ihnen danken.

Ich schlage einen schiefen Bogen zu den Augen mit Hilfe eines bekannten Zitats: “man sieht nur mit dem Herzen gut” (Exupery) und habe einen weiteren Vorschlag für einen Perspektivwechsel: nehmen Sie sich vor, Ihren Augen einen ganzen Tag lang nur erfreuliche Anblicke zu bieten. Auch dies ist eine wunderbare Übung für das Gefühl und für die Augen. Und zum Schluss kommt jetzt noch die Übung, die ich zu Beginn erwähnte:

Legen Sie sich bei geeignetem Wetter mit weit ausgebreiteten Armen mit dem Rücken auf den Boden (draußen in freier Natur). Am besten geht es, wenn die offenen Achselhöhlen nicht bedeckt sind. Denn dort beginnt der Herzmeridian, er zieht vom Zentrum der Achselhöhle bis zur Spitze des kleinen Fingers (links und rechts). Sie können die Augen schließen oder in den Himmel schauen. Stellen Sie sich nun vor, das Licht des Tages strömt durch die offenen Arme in Ihrem Körper und sammelt sich im Brustkorb (Herzbereich). Ein zweiter Strom, fließt die Arme hinab in die Hände. Sie werden langsam mit Licht und Freude geflutet und auch die Augen bekommen ihr Licht. Sie dürfen dabei ganz Ihrer Vorstellung folgen, visualisieren Sie sich das Licht schlicht als heilend und lassen Sie es fließen, wohin es möchte. Eintrittspforte sind die Achelhöhlen.

Die von mir vorgeschlagenen Übungen sind sämtlich geeignet und gedacht, Ihnen Freude zu machen. Sie sich selbst. Es ist so einfach, wir müssen es nur tun.                                                                           In diesem Sinne wünsche ich viel….Sie wissen schon!

P.S: der Sommer ist in der CM die Jahreszeit des Feuers, und damit auch des Herzens.

Liste der Übungen:

  • im Alltag den Fokus auf die eigene Freude lenken
  • einen Tag den Augen visuelle Freuden bereiten
  • sich mit Licht fluten lassen